- ITESO- Universidad Jesuita de Guadalajara
Meldung vom:
Konrad, Master Informatik
Vorbereitung und Bewerbung
Mein Auslandssemester in Mexiko begann offiziell am 31. Dezember 2024 und endete am 10. Juni 2025. Das Semester an der ITESO Universidad Jesuita de Guadalajara lief vom 20. Januar bis 20. Mai 2025. Beworben habe ich mich ¨¹ber das Å·ÖޱͶעµØÖ·_Ã÷ÉýÌåÓý-¾º²Ê×ãÇò±È·ÖÍÆ¼ö Office der Friedrich-Schiller-Universit?t Jena etwa ein Jahr im Voraus. Von der ITESO habe ich die Einladung f¨¹r meine Bewerbung bei Ihnen Ende September erhalten. Meine PROMOS-Bewerbung habe ich am 28. Oktober eingereicht und zeitgleich kam dann auch schon die Zusage der ITESO. ?
Ein Visum war f¨¹r meinen Aufenthalt nicht n?tig, da man bis zu sechs Monate visumsfrei einreisen kann. Als Versicherung gen¨¹gte eine regul?re Langzeit-Auslandskrankenversicherung. Alles in allem war die Organisation unkompliziert, insbesondere dank der guten Kommunikation zwischen dem Å·ÖޱͶעµØÖ·_Ã÷ÉýÌåÓý-¾º²Ê×ãÇò±È·ÖÍÆ¼ö Office der FSU und der ITESO.
ITESO
Foto: Konrad, Uni JenaStudium an der ITESO
Ich war als Informatik-Masterstudent in Guadalajara und durfte dort Bachelor-Kurse belegen. Ich habe das System insgesamt etwas schulischer als in Deutschland empfunden: Es gab Anwesenheitspflicht, regelm??ige Abgaben und eine aktive Mitarbeit, die in die Note einflie?t. Viele ?bungen wurden direkt w?hrend der Unterrichtszeit erledigt.
Ich habe vier F?cher belegt:
- Big Data (Informatik)
- Theorien zeitgen?ssischer Stadtentwicklung (Architektur)
- Geostatistik und Sensores Remotos (Geoinformatik)
Besonders sch?n war, dass der Prof mir erlaubt hat, in den beiden Geo-F?chern ein gemeinsames Abschlussprojekt durchzuf¨¹hren ¨C eine Multikomponenten-Analyse ¨¹ber die Metropolregion Guadalajara. Das war f¨¹r mich fachlich wie pers?nlich eine tolle Herausforderung. Alle Professor*innen waren offen, hilfsbereit und interessiert. Man wird grunds?tzlich geduzt und das Verh?ltnis zu den Lehrenden ist dadurch sehr nah und angenehm.
Die ITESO legt insgesamt einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung, was sich in vielen Kursen widerspiegelt. Wer Spanisch spricht oder lernen m?chte, findet dort ein ?u?erst vielf?ltiges Lehrangebot. Ich habe alle meine Kurse auf Spanisch belegt und konnte meine Sprachkenntnisse dadurch deutlich festigen.
Der Campus selbst ist ein echtes Highlight ¨C eine gr¨¹ne Oase, fast ein kleiner Wald, etwa vier Grad k¨¹hler als der Rest der Stadt. Er liegt zwar etwas au?erhalb, aber es f¨¹hlt sich jedes Mal an, als w¨¹rde man f¨¹r ein paar Stunden dem Gro?stadttrubel entfliehen.
Leben in Guadalajara
Ich habe in einer WG im Stadtzentrum gewohnt, etwa 15 Minuten zu Fu? von der Altstadt entfernt. Das Zimmer war einfach (ca. 11 m?, rund 200 € im Monat), aber die Mitbewohner*innen waren herzlich und die Dachterrasse mit Pflanzen war ein sch?ner R¨¹ckzugsort. Der Stra?enl?rm war manchmal eine Herausforderung ¨C mein Fenster lag direkt an einer Hausecke ohne Vorh?nge ¨C, aber Ohropax und Schlafmaske haben geholfen. :D
Guadalajara selbst ist eine lebendige, kulturell vielseitige Stadt ¨C fast wie das mexikanische Pendant zu Berlin. Es gibt unz?hlige Caf¨¦s, M?rkte, Museen, Galerien und Veranstaltungen. Besonders gut gefallen hat mir, dass ich mich auch ohne Auto problemlos bewegen konnte: Die Metro ist zuverl?ssig, Busse dagegen oft chaotisch. Empfehlenswert ist ein Leihrad-Abo (nur 20 € pro Jahr), mit dem man im Zentrum hervorragend unterwegs ist.
F¨¹r den Weg zur Uni nutzte ich meist die Metro und anschlie?end den ITESO-Shuttle, der Studierende direkt zum Campus bringt. Wenn man zentral wohnt, lohnt sich das sehr.
Guadalajara
Foto: Konrad, Uni JenaReisen und Erlebnisse
Mexiko bietet unz?hlige M?glichkeiten, das Land zu entdecken. Ich war unter anderem in Chiapas (San Crist¨®bal und Umgebung), auf der Yucat¨¢n-Halbinsel (M¨¦rida und verschiedene Maya-St?tten mit dem Mietwagen), in Teotihuac¨¢n und Mexiko-Stadt, au?erdem in Tapalpa (wo ich in einer kleinen Holzh¨¹tte ¨¹bernachtete) und in La Paz, das landschaftlich atemberaubend war ¨C wenn auch zu meiner Zeit dort noch ziemlich k¨¹hl.
Ein Erlebnis, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war gleich an meinem ersten Tag in Guadalajara: Ich kam mit einem ehemaligen Sternekoch ins Gespr?ch, der inzwischen Tacos auf der Stra?e verkaufte. Eigentlich wollte ich ihn nur nach der Zubereitungsart fragen ¨C daraus wurde ein 40-min¨¹tiges Gespr?ch ¨¹ber die Eigenheiten der mexikanischen K¨¹che, seinen Berufswechsel und den Wert von Zufriedenheit. Er erz?hlte mir lachend, dass er jetzt auf der Stra?e mehr verdiene als fr¨¹her im Restaurant. Diese Begegnung hat mich sehr gepr?gt ¨C sie war sinnbildlich f¨¹r die Offenheit, W?rme und Direktheit, die mir in Mexiko immer wieder begegnet ist.
Reisen
Foto: Konrad, Uni JenaPers?nliche Eindr¨¹cke und Herausforderungen
Das Leben in Guadalajara war manchmal laut, unruhig und chaotisch ¨C aber auch unglaublich lebendig und menschlich. Die gr??te Herausforderung war es, nach den ersten aufregenden Wochen eine eigene Routine aufzubauen. Ich konnte viele meiner Gewohnheiten aus Deutschland beibehalten, aber manches braucht einfach Geduld.
Ich hatte an der Uni einige Å·ÖޱͶעµØÖ·_Ã÷ÉýÌåÓý-¾º²Ê×ãÇò±È·ÖÍÆ¼öe, vor allem ¨¹ber Sportkurse und das Buddy-Programm, das ich sehr empfehlen kann. Dar¨¹ber hinaus habe ich in Guadalajara auch eine Beziehung gef¨¹hrt, die mein Semester nat¨¹rlich zus?tzlich gepr?gt hat.
Was mich besonders ¨¹berrascht hat, war, wie stark sich spanischsprachige L?nder in ihrer Sprache und Kultur unterscheiden. Das mexikanische Spanisch ist gerade im Vokabular noch einmal anders als z.B. das kolumbianische, das ich zuvor kannte. Aber diese Unterschiede machen das Lernen so spannend.
Ich habe in Mexiko gelernt, Kontrolle abzugeben, Neues zuzulassen und Vertrauen zu haben. Wenn man wei?, was man braucht und wer man ist, kann man sich ¨¹berall auf der Welt zuhause f¨¹hlen.
Reisen
Foto: Konrad, Uni JenaTipps f¨¹r zuk¨¹nftige Studierende
- Wohnungssuche: Fragt am besten ehemalige Austauschstudierende nach Å·ÖޱͶעµØÖ·_Ã÷ÉýÌåÓý-¾º²Ê×ãÇò±È·ÖÍÆ¼öen. ?ber die ITESO gibt? es zwar Unterk¨¹nfte, diese liegen aber eher am Stadtrand. Wer zentral wohnen m?chte, sollte ¨¹ber pers?nliche Empfehlungen suchen ¨C Online-Angebote sind unzuverl?ssig.
- Sprache: Auch ohne Spanisch kommt man gut zurecht. Viele Studierende lernen erst vor Ort und haben trotzdem ein gro?artiges Semester.
- Klima: Ich empfehle das Fr¨¹hlingssemester ¨C es ist warm, aber trocken. Im Herbst regnet es viel, und die Luftfeuchtigkeit kann sehr unangenehm werden.
- Mobilit?t: Metro und Leihr?der sind top ¨C Busse eher unzuverl?ssig.
- Kultur: Nutzt die kulturellen Angebote der Stadt ¨C Konzerte, Street-Food, Yoga auf D?chern oder einfach Gespr?che mit Menschen auf der Stra?e.
Fazit
Mein Semester an der ITESO war eine unglaublich bereichernde Zeit ¨C akademisch, sprachlich und pers?nlich. Ich konnte mich in neue Themenfelder einarbeiten, meine Spanischkenntnisse vertiefen und viele inspirierende Menschen kennenlernen.
Auch wenn ich bei einer n?chsten Reise sicher ein neues Land w?hlen w¨¹rde ¨C die Entscheidung f¨¹r Guadalajara und die ITESO w¨¹rde ich jederzeit wieder so treffen.
F¨¹r alle, die ¨¹berlegen, nach Mexiko zu gehen: Tut es. Lasst euch auf das Land, die Menschen und das Chaos ein ¨C es lohnt sich. Und wenn jemand Fragen hat, kann sich gern ¨¹ber das Å·ÖޱͶעµØÖ·_Ã÷ÉýÌåÓý-¾º²Ê×ãÇò±È·ÖÍÆ¼ö Office der FSU Jena an mich wenden.
¨C Konrad