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Erfahrungsbericht Universidade Federal da Bahia

Universidade Federal da Bahia, Brasilien

Wintersemester 2024/25 und Sommersemester 2025
Erfahrungsbericht Universidade Federal da Bahia
Foto: Helene, Uni Jena
  • Universidade Federal da Bahia

Meldung vom:

Helene, Medizin

Ich habe ein sehr sch?nes und ereignisreiches Jahr in Salvador hinter mir. Meine Erfahrungen versuche ich hier festzuhalten und ich hoffe es hilft, falls ihr euch für ein Auslandsjahr in Salvador interessiert.

Bewerbung

Die Bewerbungsfrist des internationalen Büros endete am 15.01 für ein Auslandsjahr ab Oktober desselben Jahres. Für die Bewerbung braucht man unter anderem ein Empfehlungsschreiben von einer Lehrkraft und einen Sprachnachweis. Eine Zusage vom internationalen Büro bekam ich Mitte Februar. Danach begann Mitte M?rz der Bewerbungsprozess an der Partneruniversit?t UFBA. Ich musste einige Dokumente unter anderem eine übersetzte Notenübersicht und meinen Reisepass an die UFBA senden. Dann bekam ich erstmal keine Antwort. Das Semester sollte Mitte August beginnen und ich hatte weder eine Zusage der UFBA, noch ein Visum im Mai. Meine Emails blieben unbeantwortet für mehrere Wochen. Anfang Juni, nachdem das internationale Büro aus Jena nochmal bei der UFBA nachgehakt hatte, bekam ich schlie?lich eine Antwort: ein Medizinstudium sei dieses Jahr nicht m?glich, denn es g?be keine Pl?tze für Austauschstudierende. Die Entt?uschung war natürlich sehr gro?, schlie?lich wurde mir schon im Dezember versichert, dass ein Medizinaustausch an der UFBA ohne Probleme m?glich sei. Mir wurde gesagt, der Bewerbungsprozess an der Partneruniversit?t sei nur eine Formalie und deshalb rechnete ich nicht damit 2 Monate vor potentiellem Semesterstart noch eine Absage zu bekommen.

Frau Frie?leben vom internationalen Büro aus Jena, unterstütze mich in der (teilweise sehr herausfordernden) Kommunikation mit der UFBA sehr gut. Sie setzte sich dafür ein, dass ich trotz der Absage fürs Medizinstudium einen f?cherübergreifenden Austausch an der UFBA durchführen durfte. So konnte ich zwar keine Seminare der medizinischen Fakult?t besuchen, dafür aber medizinische Seminare anderer Fakult?ten und Medizin- assoziierte Seminare. ?

Im April begannen die Professoren der UFBA für 2 Monate zu streiken, sodass sich administrative Prozesse massiv verz?gerten. Auch die Semesterzeiten verschoben sich um fast 2 Monate. Eigentlich h?tte das Semester Mitte August begonnen. Wegen des Streiks fing es aber letztendlich erst im Oktober an.

Visum

Wegen des Streiks an der UFBA, erhielt ich erst Mitte Juli meinen acceptance letter. Dieser ist n?tig für das Studierendenvisum. Da die Semesterzeiten sich aber auch verschoben hatten, blieb mir noch genug Zeit das Visum zu beantragen. Das Visum ist für deutsche StaatsbürgerInnen kostenlos und es sind viele verschiedene Dokumente n?tig, die teilweise aufw?ndig zu beschaffen sind. Eine ?bersicht findet ihr hierExterner Link. Die beglaubigte Studienbescheinigung mit Apostille habe ich zuerst vom Studien Service Zentrum unterschreiben lassen, dann vom Rechtsamt der FSU beglaubigen lassen und anschlie?end die Apostille vom Thüringer Landesverwaltungsamt in Weimar bekommen. Beim Thüringer Landesverwaltungsamt muss man sich vorab per Email anmelden und die Apostille kostet 22 Euro. Mitte August hatte ich alle Dokumente zusammen und konnte alle Dokumente nach Frankfurt zum brasilianischen Konsulat schicken. Etwa 10 Tage sp?ter, kurz vor meinem Flug, wurde mir mein Visum zugeschickt. Ende August flog ich also los nach Salvador.

Ankunft

Bevor die Uni losging, blieb mir noch ein Monat, um die Stadt kennenzulernen und mich ein bisschen einzuleben. Mein Portugiesisch war am Anfang noch nicht so gut, deshalb hat es sich für mich auf jeden Fall gelohnt früher anzureisen. Ich habe vorher im Wintersemester einen A2 Portugiesisch Kurs am Sprachenzentrum besucht und konnte den Sprachnachweis nachreichen. In Salvador, sprechen nur wenige Leute Englisch und es sind auch alle Unikurse auf Portugiesisch. Das bietet einerseits die M?glichkeit sehr gut Portugiesisch zu lernen, andererseits hatte ich am Anfang aber auch mit vielen Leuten eine Sprachbarriere.

Wohnen

Den ersten Monat habe ich in einem AirBnb in Federacao gewohnt um mir w?hrenddessen eine dauerhafte WG zu suchen. Ich bin danach erstmal für 6 Wochen in eine WG gezogen, die ich über RoomGo gefunden habe. Danach ist bei einem Freund von mir in der WG ein Zimmer frei geworden und da habe ich die restlichen 9 Monate gewohnt. Meine WG war in Rio Vermelho, in sehr guter Lage direkt am Strand. Für mein Zimmer habe ich 150 Euro bezahlt. Es gibt verschiedene Seiten um Wohnungen zu suchen. Die g?ngigsten sind OLXExterner Link, RoomGoExterner Link und WebquartoExterner Link. Au?erdem gibt es eine Whatsapp Gruppe von der UFBA, wo regelm??ig freie Zimmer angeboten werden. Viertel, die nah bei der UFBA sind und sich sehr gut zum Wohnen anbieten sind zum Beispiel Barra, Ondina, Graca, Rio Vermelho, Canela, Federacao und Garcia.

Erfahrungsbericht Universidade Federal da Bahia

Foto: Helene, Uni Jena

Organisatorisches vor Ort

Nach meiner Ankunft musste ich noch einige organisatorische Dinge erledigen. In Brasilien ist es sehr wichtig eine Steuernummer (CPF) zu haben. Ohne CPF ist man oft aufgeschmissen. Beantragen kann man die CPF bei der Receita Federal. Dazu muss man ein FormularExterner Link ausfüllen und ausdrucken. Anschlie?end muss man sich am besten um 7 Uhr morgens bei der Receita Federal im Viertel Paralela anstellen und seine CPF abholen. Au?erdem muss man sich innerhalb von 90 Tagen nach der Ankunft bei der Policia Federal beim Flughafen melden. Dort kann man dann seinen RG (wie ein brasilianischer Personalausweis) beantragen. HierExterner Link findet man wie das funktioniert.

Nach 40 Tagen Wartezeit, kann man das Dokument abholen. Damit kann man sich dann ein brasilianisches Konto einrichten (z.B. bei NuBank) und das Online Bezahlsystem PIX (?hnlich wie Paypal) benutzen. In Brasilien ist das Bezahlsystem sehr digital und man kann wirklich überall (sogar am Strand) mit PIX bezahlen. Das war sehr praktisch, denn meine Kreditkarte aus Deutschland hat nur selten funktioniert. Mittels Wise habe ich Geld von meinem deutschen Konto auf mein brasilianisches Konto überwiesen. Ich fand alles Bürokratische in Brasilien sehr kompliziert und bin am Anfang etwas dran verzweifelt, also wenn ihr Fragen dazu habt meldet euch einfach.

Au?erdem muss man sich im internationalen Büro in der Reitoria der UFBA melden und seine Kurse dort w?hlen. Bereits vor der Ankunft in Salvador war die Kommunikation mit dem internationalen Büro der UFBA schwierig. Nach der Ankunft ging das auch weiter so. Die zust?ndige Person im internationalen Büro ist oft nicht da, aber nach dem vierten Anlauf traf ich sie schlie?lich an. Die Unterstützungsstruktur für internationale Studierende ist nicht besonders gut. Es gibt nicht viele internationale Studierende an der UFBA, es gibt kein Buddy Programm oder eine Einführungs-/ Kennenlernveranstaltung. Deshalb habe ich andere Austauschstudierende eher durch Zufall kennengelernt. Man muss sich bei einem Austausch mit der UFBA auf jeden Fall darauf einstellen, dass man viel selbstst?ndig organisieren muss und oft Eigeninitiative gefragt ist.

Sicherheit

Sucht man Salvador im Internet, findet man viele Horrorgeschichten von ?berf?llen und Gewalt. Das ist leider eine Realit?t in der Stadt. Die Gewalt spielt sich aber haupts?chlich in bestimmten Vierteln ab, die man als privilegierte*r Austauschstudi meistens gut meiden kann. In vielen Vierteln kann man sich ohne Probleme tagsüber zu Fu?, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus bewegen. Wenn es dunkel ist, wird meist eine Fahrt mit dem Uber empfohlen. Leute aus Salvador wissen generell sehr gut darüber Bescheid, welche Gegenden zu meiden sind und geben bereitwillig Auskunft darüber. Das hilft mit der Zeit auch die Stadt besser kennenzulernen und sich selber ein Bild von der Sicherheitslage zu machen.

Unileben

Die UFBA ist eine staatliche Universit?t, deshalb gibt es keine Studiengebühren. Dementsprechend sind die Studienpl?tze sehr begehrt. Seit 2005 gibt es eine gesetzliche für?Schwarze Menschen, Menschen mit Behinderung, trans* Menschen, Indigene und Quilombolas. Diese soll den Zugang von diesen Bev?lkerungsgruppen zum Bildungssystem erleichtern und die Universit?t diversifizieren. Dennoch bleiben Teile der Gesellschaft kategorisch von h?herer Bildung ausgeschlossen.

Das Studium an der UFBA habe ich insgesamt als bereichernd wahrgenommen. Am Anfang war es sehr herausfordernd auf Portugiesisch zu studieren und vieles nicht zu verstehen. Mit der Zeit wurde es besser und es hat sich sehr gelohnt für mich 2 Semester zu bleiben. Von Seiten der Profs wurde mir, gerade am Anfang, viel Verst?ndnis entgegengebracht. Ich habe den Umgang zwischen Profs und Studierenden generell sehr auf Augenh?he wahrgenommen. Alle sprechen sich mit Vornamen an und es ist weniger hierarchisch als in Deutschland. Wenn Leute Schwierigkeiten mit einer Klausur, oder zu oft gefehlt haben, fand sich meistens eine L?sung zugunsten der Studierenden.

Da ich f?cherübergreifend an der UFBA studiert habe, hatte ich die M?glichkeit Einblicke in sehr verschiedene Bereiche zu bekommen. Da es auch interdisziplin?re Bachelor gibt, ist es nichts ungew?hnliches, Kurse von verschiedenen Fakult?ten zu besuchen und die Fakult?ten sind sehr gut untereinander vernetzt. Besonders bereichernd empfand ich praktische Kurse, die ACCS. Davon habe ich in beiden Semestern welche besucht und habe dabei sehr viel gelernt Sie finden meistens nicht in der Uni, sondern (im medizinischen Bereich) zum Beispiel im Krankenhaus statt. Ich hatte dabei zum Beispiel einen praktischen Kurs, bei dem es um psychiatrische Drogenberatung und Pr?vention ging. In Brasilien gab es eine Psychiatriereform und deshalb gibt es nur wenige geschlossene Psychiatrien. Der Fokus liegt auf psychosozialen Zentren und ich fand es sehr spannend dort einen Einblick zu bekommen.

Zur Uni bin ich meistens mit den Leihfarr?dern von Itau gefahren. Diese kann man überall in der Stadt ausleihen und ein Monatsabo kostet 5 Euro. Manchmal bin ich auch mit dem Bus gefahren (kostet 5,60 Reais,80 Cent). Wenn man sich die Salvador Card machen l?sst, kostet es nur die H?lfte. Beim Busfahren bietet sich die App Cittamobi an, da Google Maps in Salvador nicht so verl?ssliche Aussagen zu den Ankunftszeiten trifft.

Die Infrastruktur in einigen Vierteln der Stadt ist nicht auf Regen ausgelegt und es kann zu gro?en ?berschwemmungen kommen. Dann k?nnen Leute nicht mit dem Bus zur Arbeit oder Uni fahren. In der Regenzeit von April bis Juli, fielen deshalb ?fter Uniseminare von mir aus oder fanden online statt.

Es gibt drei verschiedene Campi an der UFBA. Der Hauptcampus in Ondina gleicht einem botanischen Garten und dort kann man sehr gut verweilen. Auf jedem Campus gibt es eine Mensa, die mittags und abends ge?ffnet hat und in der man für 40 Cent sehr leckeres Essen bekommt. Nach meinen Seminaren, bin ich also meistens in die Mensa gegangen. Es gibt auch verschiedene Bibliotheken auf dem Campus und in Canela auf dem Campus gibt es au?erdem ein Kino.

Freizeit

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Foto: Helene, Uni Jena

Salvador ist eine sehr lebenswerte Stadt und ein Jahr dort zu wohnen, war sehr bereichernd. Es gibt viele Feste und Traditionen wie Karneval, Festa de Yemanja, Festa do Bonfim und Dois de Julho, die man erleben kann. Salvador ist als Kulturhauptstadt Brasiliens bekannt und so gibt es ganzj?hrig gratis Konzerte in der Innenstadt Pelourinho.

In Salvador gibt es auch viele Str?nde und so konnte ich in meiner Freizeit regelm??ig Futevolei spielen und surfen gehen. Au?erdem habe ich Ausflüge in andere Orte in Bahias und Brasiliens unternommen. Busfahren in Brasilien ist sehr komfortabel, sodass ich alle Strecken mit dem Bus fahren konnte.

Ich kann ein Auslandsjahr in Salvador sehr empfehlen. Wenn ihr Interesse habt auch einen Austausch in Salvador zu machen und irgendwelche Fragen habt, meldet euch gerne bei mir. Das internationale Büro kann meine 欧洲杯投注地址_明升体育-竞彩足球比分推荐daten herausgeben ?