Lima (Villa El Salvador), Peru (national)
Fe Y Alegría 17, Villa El Salvador - Lima, Peru (Biologie/ Spanisch)
Schüler*innen beim Sport
Foto: privatZeitraum: August 2025 – Dezember 2025 (WiSe 2025/ 26) | Schulhomepage:?hierExterner Link
Vorbereitung des Auslandspraktikums
Ich habe meine Einsatzstelle an dieser Schule gew?hlt, da ich dort bereits schon einmal ein FSJ gemacht hatte und sehr angetan von der Schule und deren Arbeit war. Somit kannte ich Schule, Kollegium und Schulleitung bereits und wurde mit offenen Armen empfangen. Es gibt in Peru aber z.B. in Lima und Arequipa auch sehr interessante deutsche Schulen. Für Peru ist es eher schwer ein Visum für Praktika zu erhalten (Studium, Arbeit oder Tourismus ist leicht). Für das Praktikumsvisum braucht man viele Unterlagen wie z.B. ein Polizeiliches Führungszeugnis von INTERPOL, Nachweis über ausreichend finanzielle Mittel usw. Von daher sollte man sich am besten ein halbes Jahr vorher um das Visum kümmern und hat im besten Fall vor Ort bereits Ansprechpartner. Eine andere Alternative ist mit einem Touristenvisum einzureisen, welches drei Monate gültig ist. Dann muss man aber übers Wochenende aus- und wieder einreisen, um noch einmal drei Monate zu bekommen. Dies ist in der Regel m?glich, aber natürlich kostenaufwendig, zudem ist auch nicht garantiert, dass man bei der erneuten Einreise wieder drei Monate bekommt. Da ich ein DAAD Stipendium bekommen habe, war ich über dieses kranken-, unfall- und haftpflichtversichert. Falls man ohne Stipendium ausreist ist eine Auslandskrankenversicherung durchaus ratsam. Flugtickets nach Peru und zurück sind preislich sehr abh?ngig von der Saison. Hierfür würde ich aber ca. um die 1000 Euro oder etwas mehr einplanen. Am besten bucht man einige Monate im Voraus. Meine Tipps für die Packliste sind: ein guter Bauchgurt/Bauchtasche für Wertsachen, mehrere Bankkarten (falls mal eine abhandenkommt), Kleidung für warmes und kaltes Klima und viel Sonnenschutz.
Das Schuljahr beginnt im M?rz und endet kurz vor Weihnachten. Ich habe mein Praktikum Ende August gestartet und bin 4 Tage vorher angereist. Da ich mich in meinem Viertel, der Stadt, und Peru schon gut auskannte war dies v?llig ausreichend. Ein Adapter für amerikanische Steckdosen ist sicher hilfreich, jedoch sind in den meisten H?usern Steckdosen verbaut, die sowohl amerikanische als auch europ?ische Anschlüsse aufnehmen. Eine Sim-Karte mit einem Vertrag lohnt sich sehr und ist vor Ort nicht teuer (z.B. Bitel, Claro oder Entel). Uniunterlagen zu digitalisieren und zuhause Vollmachten über das eigene Bankkonto o.?. zu erteilen ist sicher sinnvoll.
Unterkunft
Vor Ort habe ich in einer Gastfamilie gelebt, die ich bereits durch mein FSJ kannte und daher wie eine?zweite Familie für mich ist. Dies ist einerseits günstiger als eine eigene Wohnung und in einem eher?marginalisierten Viertel wie Villa El Salvador auch sicherer. Peru durchlebt gerade eine Zeit der?politischen und inneren Krisen, weshalb man durchaus auf seine eigene Sicherheit achten muss. Geht?man aber z.B. an eine deutsche Schule, liegen diese meist in sehr sicheren Vierteln. Hier kann man dann?auch Studenten-WGs oder ?hnliches finden.
Finanzen
Je nach Wohnsituation variieren die monatlichen Ausgaben natürlich sehr. Ich denke, dass man je?nach Lebensstil mit ca. 600-800 Euro im Monat sehr gut zurecht kommt. Hierfür ist auch das DAADStipendium?mehr als ausreichend. Es lohnt sich also sehr, sich auf ein solches Stipendium zu?bewerben. Ein gutes Motivationsschreiben ist hierbei sehr wichtig. Wie oben bereits erw?hnt nimmt?man am besten nicht nur eine Bankkarte mit. Es kann immer mahl etwas abhanden kommen oder?nicht funktionieren. Zu beachten ist, dass es VISA oder Mastercard Bankkarten sein müssen, um?international Geld abhaben zu k?nnen. Vor Ort hebt man dann am besten bei der Banco de la Nación?ab, da die Nationalbank keine gebühren für das Abheben verlangt (bei anderen Banken ca. 5 Euro pro?Abhebung). Es l?sst sich in Peru aber auch fast überall mit Karte bezahlen.
Leben an der Schule
Schüler*innen im Unterricht
Foto: privatAn der Schule gibt es mehrere Ansprechpartner*innen. Sowohl die Schulleiterin als auch die Lehrkr?fte mit denen man zusammenarbeitet. Eine Mentorin hatte ich auch, jedoch nur in der Theorie. Ich denke, dass es von Vorteil ist wenn man sich gut selbst organisieren kann, wenn man an dieser Schule ein Praktikum machen m?chte. Hat man dann ins Praktikum gefunden, und etwas Vertrauen zu den Lehrkr?ften aufgebaut l?uft es eigentlich recht flüssig. So begleitet man an einem typischen Praktikumstag verschieden Lehrkr?fte (je nach deinem Stundenplan), hospitiert oder h?lt eigene Unterrichtsstunden. In der gro?en Pause kann man sich am Kiosk etwas zum Knabbern und einen Kaffee holen und mit den anderen Lehrkr?ften oder den Schüler*innen quatschen. In Freistunden kann man das Lehrerzimmer gut nutzen, um Stunden vor- oder nachzubereiten oder Lehrmaterialien zu basteln.
Die Schule ist sehr gro?. Hier werden 1600 Schüler und Schülerinnen in einer Vor- und einer?Nachmittagsschicht unterrichtet. An der Schule wird ausschlie?lich Spanisch gesprochen und auch die?Klassenst?rken sind mit ca. 35 Schülern und Schülerinnen gro?.?Ich habe mich im Schulkollegium sehr wohl gefühlt, die anderen Lehrer*innen wahren meist sehr?hilfsbereit, kontaktfreudig und interessiert. Andere Praktikanten gab es nicht. Jedoch nimmt die Schule?jedes Jahr zwei bis drei deutsche Freiwillige auf, die ein Jahr dort verbringen. Zu diesen hatte ich?natürlich auch 欧洲杯投注地址_明升体育-竞彩足球比分推荐 und wir konnten uns immer wieder austauschen.?Die Infrastruktur der Schule ist sehr ambivalent. Zum einen gibt es für die oberen Klassen Chromebooks,?mit denen sehr viel digital auch in digitalen ?Classrooms“ gearbeitet wird. Auch haben alle?Klassenzimmer einen Flachbildfernseher den man für Pr?sentation, Videos etc. nutzen kann. Des?weiteren gibt es R?ume mit Projektoren und Leinw?nden. Auf der anderen Seite fiel das Internet leider?oft aus weshalb viele der digitalen Tools an vielen Tagen nur sehr unzuverl?ssig nutzbar waren. Zudem?gibt es Klassenzimmer mit kaputten Fenstern oder Wellblechd?chern, so dass es im Sommer beim?Unterrichten teilwiese sehr hei? und laut war im Klassenzimmer.
Insgesamt konnte ich mich aber über das Hospitieren, selbst Unterrichten und durchführen eines?Umweltschutzprojekts sehr gut in der Schule einbringen. Wie viel man sich einbringen m?chte h?ngt?haupts?chlich von einem selbst ab. Die Schule h?lt einem als Praktikant alle Türen offen. So habe ich?Beispielsweise auch in der Tanzgruppe des Kollegiums mitgemacht und einen traditionellen?peruanischen Tanz an einer Schulveranstaltung aufgeführt. (Traditioneller Tanz ist auch für die?Schüler*innen ein Pflichtfach an der Schule).
Freizeit
Lima ist mit mehr als 10 Millionen Einwohnern eine gro?e Metropole und in jederlei Hinsicht das?Zentrum Perus. Es gibt hier sehr viel zu sehen und zu unternehmen. Neben offensichtlicheren Dingen,?wie den Sehenswürdigkeiten und Museen im Stadtzentrum, dem regen Nachtleben, aber auch dem?schrecklichen Verkehr, hat Lima noch viel mehr zu bieten. Es gibt viele sch?ne, versteckte Cafés und?Bars, kleine Theater und Orte mit Livemusik, spannende M?rkte und vor allem aber den Pazifik direkt?vor der Haustür. Ich war jede Woche surfen und kann Lima gerade für Surfanf?nger sehr empfehlen.?Hat man hier dann die Grundlagen erlernt, lassen sich an der ganzen Küste noch viele weitere gute?Surfstr?nde erkunden. Peru ist aber auch ein fu?ballverrücktes Land, weshalb ich auch jeden?Freitagabend mit meinen Lehrerkollegen auf einem der Schule nahegelegen Kunstrasenplatz (muss man mieten), Fu?ballspielen war. M?chte man in Lima besonders gut Essen, sollte man als erstes?Ceviche probieren und dann auch Speisen wie Pollo a la Brasa oder Ají de Gallina nicht auslassen. Als?Vegetarier*in tut man sich eventuell etwas schwer in Peru. Das ganze Land bietet mit seiner?Wüstenküste, den Anden und dem Amazonasregenwald natürlich noch unendlich viele?Entdeckungsm?glichkeiten, auf die ich hier natürlich gar nicht alle eingehen kann. Ich bereise das?Land bereits seit zehn Jahren und habe lange noch nicht alles gesehen. Je nach Interessen, kommt?hier jeder auf seine Kosten. Die meisten Touristen reisen meist in den Süden des Landes, da hier Orte?wie Machu Picchu, Arequipa, der Colca Canyon, Cusco, der Titicacasee usw. liegen. Doch auch der?Norden ist mit den sch?nsten Str?nden des Landes, dem Amazonas, Ruinen wie Kuelap, dem Gocta-Wasserfall und St?dten wie Trujillo und Cajamarca sehr sehenswert.
Allgemein
Die meisten praktischen Tipps zum Thema SIM-Karte, Geld abheben usw. habe ich oben bereits erw?hnt. Das ?ffentliche Verkehrsnetz in Lima ist sehr chaotisch und als Einsteiger erstmal nicht leicht zu überblicken, da ein Gro?teil des ?ffentlichen Verkehrs von privaten Busunternehmen abgedeckt wird. Die Stadtverwaltung hat selbst ein paar gro?e Buslinien und bisher EINE Metrolinie. Ich habe mich trotzdem immer mit den ??ffis“ fortbewegt. Sp?t abends oder nachts geht man aber am besten auf Nummer sicher und bestellt sich ein Taxi per App. Uber oder InDrive sind hierfür gute Angebote. Ist man für dieses Praktikum zum ersten mal in Lima, lohnt es sich mit Sicherheit etwas mehr Eingew?hnungszeit einzuplanen.