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Symbolgrafik Lehrveranstaltungsevaluationen

Lehre NACHGEFRAGT

Newsletter für Lehre an der Uni Jena Ausgabe 01 2026
Symbolgrafik Lehrveranstaltungsevaluationen
Foto: liravega auf freepik

Sechs Fragen an Dr. Anja Vetterlein zum Thema Lehrveranstaltungsevaluationen

Dr. Anja Vetterlein

Foto: Anne Günther (Universit?t Jena)

An der Universit?t Jena k?nnen Lehrende ihre Lehrveranstaltungen evaluieren und die Ergebnisse im Rahmen eines Feedbackgespr?chs mit den Studierenden auswerten. Der direkte Dialog mit den Studierenden ist ein wertvolles Werkzeug für die Weiterentwicklung der Lehre. Im folgenden Interview gibt Anja Vetterlein, Leiterin des Universit?tsprojekts Lehrevaluation (ULe), praxisnahe Einblicke, warum Evaluationen sinnvoll sind, wie sie interpretiert werden k?nnen und welche Ver?nderungen dadurch in der Lehre m?glich werden.

Warum ist es wichtig, Lehrveranstaltungen zu evaluieren?

An der Uni Jena verstehen wir die Lehrveranstaltungsevaluation (LVE) als ein Angebot an Lehrende, das sie individuell in der Weiterentwicklung ihrer Lehre unterstützen soll. Sie k?nnen auf einfache Weise ein Feedback ihrer Studierenden einholen und diese Rückmeldungen als Ausgangspunkt nutzen, um mit den Studierenden ins Gespr?ch zu kommen. Lehrende erhalten dadurch einen Eindruck davon, wie ihre Methoden, Inhalte und die Lernatmosph?re bei den Studierenden ankommen. So k?nnen sie einsch?tzen, was in der Gestaltung der Veranstaltung gut gelungen ist und was ggf. noch verbessert werden kann. Pro Semester greifen ca. 600 Lehrende auf unser Angebot zurück.

Wir empfehlen besonders jungen Lehrenden, in den frühen Jahren ihrer Lehrt?tigkeit die M?glichkeiten der Evaluation regelm??ig zu nutzen.

Wie k?nnen Lehrende die Ergebnisse einer Evaluation konkret nutzen, um ihre eigene Lehre weiterzuentwickeln?

Mit dem Ergebnisbericht erhalten Lehrende eine systematische Rückmeldung zu ihrem Lehrverhalten. Das erm?glicht eine gezielte Reflexion der eigenen Lehrpraxis und Schlussfolgerungen für das didaktische Vorgehen. Besonders hilfreich ist der Abgleich von Eigen- und Fremdwahrnehmung: Die Perspektive der Studierenden wird derjenigen der Lehrperson gegenübergestellt.

Erg?nzend liefert der Bericht einen Vergleich mit anderen Lehrveranstaltungen (innerhalb des Instituts, der Fakult?t oder der Universit?t), sodass sich der eigene Wert leichter einordnen l?sst. Statistisch bedeutsam abweichende Unterschiede, werden explizit gekennzeichnet. Diese Markierungen k?nnen als erster Anhaltspunkt dienen, um in die inhaltliche Analyse des Ergebnisberichts einzusteigen.

Wir empfehlen, die Rückmeldungen systematisch durchzugehen und zentrale Punkte mit den Studierenden gemeinsam auszuwerten: Welche Themen tauchen mehrfach auf? Welche Rückmeldungen widersprechen sich vielleicht? Meist l?sst sich im Dialog mit den Studierenden am besten kl?ren, was konkret gemeint war und welche ?nderungen sinnvoll sind.

Auch der kollegiale Austausch spielt eine wichtige Rolle: Tipps, Erfahrungen und Anregungen von Kolleginnen und Kollegen sind ein wirksames Mittel, um die eigene Lehre kontinuierlich zu verbessern. Lehrende, die einen didaktischen Rat suchen oder eine neue Idee zur Reife bringen m?chten, finden zudem in der Servicestelle LehreLernen kompetente Ansprechpersonen.

Langfristig kann die Evaluation dabei helfen, die Lehre bewusster zu planen: Man sieht, welche Methoden funktionieren, welche Lernziele gut erreicht werden und wo noch gesteuert werden muss.

Was sind typische Missverst?ndnisse oder Fallstricke im Umgang mit Evaluationsergebnissen? Wie k?nnen Lehrende sicherstellen, dass sie die Rückmeldungen richtig interpretieren?

Die standardisierte Lehrevaluation bietet den Vorteil, dass viele Studierende anonym und gleichberechtigt ihre Meinung ?u?ern k?nnen. Wichtig ist dabei, das Gesamtergebnis im Blick zu behalten und einzelne Nennungen nicht überzubewerten. Hilfreich ist zun?chst, die Ergebnisse mit etwas Abstand und Offenheit zu betrachten. Dadurch f?llt es leichter, Schwerpunkte und wiederkehrende Themen zu identifizieren, statt sich auf Einzelmeinungen zu konzentrieren.

In den Ergebnisberichten werden viele Zahlen dargestellt. Um einordnen zu k?nnen, ob der eigene Wert hoch oder niedrig ist, lohnt sich ein Blick in die Vergleichswerte. Die Darstellung der Ergebnisse wird gleich zu Beginn der Berichte ausführlich erl?utert.

Ein h?ufiges Missverst?ndnis besteht darin, Evaluationsergebnisse als reine ?Bewertung“ der Lehrperson zu verstehen. Dabei geht es nicht um eine pers?nliche Beurteilung, sondern um Rückmeldungen zu Lehr- und Lernprozessen. Wenn Lehrende die Ergebnisse zu stark auf sich selbst beziehen, kann das leicht zu Frustration führen – insbesondere, wenn einzelne Kommentare sehr kritisch formuliert sind.

Und wie k?nnen Lehrende angemessen auf unterschiedliche Sichtweisen reagieren?

Unterschiedliche Sichtweisen sind bei einer Evaluation ganz normal. Studierende haben verschiedene Lernstile, Erwartungen und Vorkenntnisse. Entscheidend ist, diese Vielfalt wahrzunehmen und (gemeinsam) zu überlegen, ob (und wie) sich unterschiedliche Anregungen unter einen Hut bringen lassen. Oder eben auch nicht. Dann darf man sich als Lehrperson bewusst abgrenzen und signalisieren, dass nicht alle Bedürfnisse zeitgleich erfüllbar sind. Sich dieses Spannungsfeld auf Basis der Rückmeldungen bewusst zu machen, verstehen wir als Teil der Lehrentwicklung.

Was würden Sie Lehrenden empfehlen, die mit Evaluationsergebnissen zun?chst unzufrieden oder verunsichert sind?

Der überwiegende Teil der Lehrpersonen macht engagierte, gute Lehre und das darf man sich von seinen Studierenden auch mal ?schriftlich geben lassen“. Die meisten unserer Ergebnisberichte enthalten viele lobende und wertsch?tzende Kommentare. Gleichzeitig gibt es immer einzelne Aspekte oder blinde Flecken, bei denen man nachsteuern und sich verbessern kann. Dabei geht es nicht darum, die Lehrperson komplett zu ver?ndern oder das Lehrkonzept auf den Kopf zu stellen, sondern kleine Schritte zu gehen.

Zun?chst einmal ist es v?llig normal, dass Evaluationsergebnisse Emotionen ausl?sen, gerade wenn man viel Engagement in die eigene Lehre steckt. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, die Rückmeldungen in Ruhe zu lesen und nicht vorschnell zu urteilen. Oft hilft es, einen gewissen Abstand zu gewinnen und die Ergebnisse sp?ter noch einmal mit klarem Blick anzuschauen.

Wir empfehlen, die Evaluation nicht als pers?nliche Kritik, sondern als Einladung zur Reflexion zu verstehen: Was kann ich daraus lernen? Welche Punkte lassen sich konkret verbessern, und wo spielen vielleicht ?u?ere Faktoren eine Rolle? Aber auch: Was l?uft gut? Und sollte beibehalten werden? Ein Austausch mit Kolleginnen, Kollegen oder der Servicestelle LehreLernen kann helfen, die Ergebnisse besser einzuordnen und konstruktiv mit ihnen umzugehen.

Und nicht zuletzt: Auch kritisches Feedback zeigt, dass Studierende sich mit der Lehrveranstaltung auseinandersetzen. Wenn Lehrende offen darauf reagieren und signalisieren, dass sie die Rückmeldungen ernst nehmen und transparent machen, welche Anregungen aufgegriffen werden k?nnen – und aus welchen Gründen andere m?glicherweise nicht –, wird dieses Vorgehen von Studierenden meist positiv aufgenommen.

Welche Strategien empfehlen Sie, um Studierende dazu zu motivieren, konstruktives Feedback zu geben und an Evaluationen teilzunehmen?

Viele Studierende berichten, dass Sie gerne Feedback geben, wenn sie ein ehrliches Interesse von Seiten der Lehrperson verspüren. Dafür bietet es sich an, w?hrend der Lehrveranstaltung Zeit für die Evaluation einzur?umen. Besonders eignet sich dafür das Verfahren zur Evaluation ?Online in Pr?senz“, bei dem Studierende direkt im H?rsaal über ihre eigenen Ger?te an der Evaluation teilnehmen k?nnen. Um noch mehr Verbindlichkeit zu schaffen, kann gerne auf die klassische Papierevaluation zurückgegriffen werden, die weiterhin zur Verfügung steht und immer noch die h?chsten Rücklaufquoten erzielt. ??

Ehrliches Interesse meint auch den gemeinsamen Diskurs über die Ergebnisse in einer der folgenden Sitzungen. So entstehen Transparenz, Wertsch?tzung und eine gemeinsame Verantwortung für gute Lehre.

Lehrperson schaut sich den Ergebnisbericht ihrer Lehrveranstaltungsevaluation an.

Foto: Dr. Anja Vetterlein

Key Facts: Was sind die Besonderheiten der Lehrveranstaltungsevaluation an der Uni Jena?

  • Freiwilligkeitsprinzip

    Die Evaluation von Lehrveranstaltungen ist an der Uni Jena grunds?tzlich nicht verpflichtend, wenngleich einige Fakult?ten dazu erg?nzende Regelungen für sich getroffen haben.

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  • Die Evaluationsergebnisse geh?ren der Lehrperson

    Wer sieht die Ergebnisse? Die Ergebnisberichte werden zun?chst nur der Lehrperson pers?nlich zugestellt. Sie entscheidet dann, wie die Ergebnisse ver?ffentlicht und diskutiert werden. Auch hierfür gibt es abweichende Regelungen einzelner Fakult?ten.

    Info
  • Individualisierung erwünscht

    Der Fragebogen ist modular aufgebaut, um bestm?glich an die jeweilige Veranstaltung anpassbar zu sein. Der Standardfragebogen kann um eigene Fragen erg?nzt werden.

    Info
  • Breite an Perspektiven

    Es gibt es neben dem Fragebogen für Studierende auch einen Fragebogen für Lehrpersonen, damit beide Blickwinkel in die Verst?ndigung einbezogen werden k?nnen.

    Info
  • Evaluationsmüdigkeit vorbeugen

    Eine Vollerhebung aller Veranstaltungen ist nicht das Ziel. Einmal im Semester punktuell ein Feedback zu erhalten ist das Optimum. Weitere Erhebungen werden schnell l?stig – für beide Seiten.

    Info

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Anja Vetterlein, Dr.

Leiterin des Universit?tsprojekts Lehrevaluation
Institutsgeb?ude (Haus 1), Raum 211
Am Steiger 3
07743 Jena Google Maps – LageplanExterner Link

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