Jakarta, Indonesien (DAS)
Deutsche Schule Jakarta, Tangerang, Indonesien (Sport/ Geographie)
gro?e Turnhalle der Schule
Foto: privatZeitraum: August 2015 ¨C Januar 2026 (WiSe 2015/26) | Schulinfos: hierExterner Link
Vorbereitung des Auslandspraktikums
Der Erstkontakt bzw. die Einreichung meiner Unterlagen in Form von Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse/Nachweise erfolgte ungef?hr 10 Monate vor Beginn des Praktikums, also Mitte Oktober. Daraufhin wurde relativ schnell ein Kennlerngespr?ch vereinbart, wobei ich die Zusage f¨¹r den Praktikumsplatz Anfang Dezember erhielt. Um das Arbeitsvisum f¨¹r Indonesien k¨¹mmert sich die Schule drum, wof¨¹r man lediglich ein Fotoportr?t zusenden muss. Kosten hierf¨¹r ¨¹bernimmt ebenfalls die Schule. Wichtig zu wissen ist, dass man f¨¹r das Visum die Ausreise anhand eines Fluges nachweisen muss. Ansonsten habe ich einen internationalen Studierendenausweis sowie einen internationalen F¨¹hrerschein beantragt, welche ich aber nie ben?tigt habe. Spezielle Impfungen f¨¹r meine Reise habe ich nicht machen lassen, jedoch eine studentische Auslandskrankenversicherung bei der HanseMerkur f¨¹r 42,75€ monatlich, welche man Zeitraum genau abschlie?en kann.
Ich bin von Jena mit dem Zug nach Frankfurt am Main angereist und von dort mit dem Flugzeug weiter nach Jakarta bzw. dem Soekarno-Hatta Airport. F¨¹r den Hinflug habe ich mit Aufgabegep?ck (25kg) ca. 600€ gezahlt, welchen ich auf der Plattform ?Skyscanner¡° im Mai gekauft habe. Zu welcher Zeit man den Flug am besten bucht kann ich nicht beantworten. Vom Flughafen Jakartas kann man sich ein Taxi (Grab) zur Schule bzw. Unterkunft f¨¹r umgerechnet 10€ rufen. Ein Must-Have in diesem Klima ist eine Powerbank. Durch die hohen Temperaturen werden Handys schnell warm und verlieren rasch Akku.?
Ebenfalls wichtig in Hinblick auf den Schulalltag sind lange Hosen bei M?nnern, bzw. knielange Unterteile bei Frauen, da dies zur Kleiderordnung als Lehrkraft geh?rt. Das Schulhalbjahr begann am 25.08.2025, weshalb ich schon am 19.08.2025 angereist bin, um mich einleben zu k?nnen. Dies war mehr als ausreichend um sich an das Klima und die neue Umgebung zu gew?hnen. Am allerwichtigsten, sowohl f¨¹r den Schulalltag als auch f¨¹r die Unimodule sind ein Laptop/Ipad. Diese benutzt man t?glich um einerseits sein Fachwissen wieder aufzufrischen als auch f¨¹r die Unterrichtsvorbereitung bzw. zur Bearbeitung der Uniabgaben. Ein Adapter f¨¹r Indonesien ist nicht notwendig, da sie dieselben Steckdosen wie in DE haben. Insgesamt kann ich von meiner Seite aus sagen, dass es nichts Grundlegendes gibt woran man im Voraus denken/mitbringen muss, da man es sonst auch vor Ort erledigen kann.
Unterkunft
Als Praktikant an der Deutschen Schule Jakarta wird einem ein Zimmer im sogenannten ?Praktikantenhaus¡° angeboten. Dieses befindet sich fu?l?ufig zwei Gehminuten zur Schule entfernt und bel?uft sich auf eine monatliche Miete von ungef?hr 75€. Hinzu kommen noch monatliche Stromkosten (ungef?hr 30€ pro Person) und ?Compound-Geb¨¹hren¡° von 25€. Das Haus hat eine ¨¹berdachte Einfahrt sowie einen Garten. Insgesamt gibt es 3 Zimmer mit je einem eigenen Badezimmer, einer gemeinsamen K¨¹che und einem Wohn-/Essbereich. Keines der Zimmer ist kleiner als 14m2 und immer mit einem Doppelbett und Kleiderschrank/Garderobe ausgestattet. Insgesamt w¨¹rde ich die Wohnfl?che auf ungef?hr 150m2 sch?tzen. Wir haben das Haus nach einer Renovierung erstbezogen und dementsprechend war es in einem sehr guten Zustand. Ich w¨¹rde es sehr empfehlen in dieses Haus einzuziehen, da es eine exzellente Lage zur Schule, eine g¨¹nstige Miete und gute Konditionen f¨¹r ein privates Zusammenleben innerhalb des Hauses besitzt.
Finanzen
Sofern man kein Stipendium bekommt, wird man von der Schule in Form von 350€ verg¨¹tet. Die?Wohnkosten betragen, wie schon unter dem Punkt ?Unterkunft¡° aufgelistet, monatlich ungef?hr 130€.?Die Supermarktpreise schwanken je nach Produkt. Dementsprechend sind lokale Produkte deutlich?g¨¹nstiger als die Einkaufspreise in DE f¨¹r das Produkt, allerdings werden auch viele westliche Produkte,?besonders in Form von Milch/K?se aus Australien importiert und sind somit deutlich preiswerter als in?DE. Hinzuf¨¹gen m?chte ich, dass es Superm?rkte immer nur in Malls gibt und nicht mal eben an jeder
Ecke. Wiederum fast ¨¹berall zu finden sind ?Marts¡° in Form von Indomaret oder AlfaMart. Diese sind etwas gr??ere Kiosks zu auch sehr g¨¹nstigen Preisen, wo man h?ufig alles Lebensnotwendige in Form von Zahnhygiene, Nudeln, Getr?nke, Pharmazie oder Obst findet. Selbstverst?ndlich ist die Auswahl nicht allzu gro? und man findet nur die Basics. Um mich in Jakarta fortzubewegen habe ich ausschlie?lich die App ?Grab¡° benutzt. Das ist die Taxi-App in Asien zu sehr g¨¹nstigen Preisen. Hier¨¹ber kann man sich auch Essen oder Eink?ufe liefern lassen. Es gibt eine M?glichkeit f¨¹r einen Nebenverdienst durch eine AG-Gestaltung in der Schule, wie diese aber verg¨¹tet wird kann ich nicht sagen. Eine Kreditkarte ist selbstverst?ndlich unumg?nglich f¨¹r Indonesien. Es wird sehr viel ¨¹ber ?QRis¡° bezahlt, wof¨¹r man allerdings ein indonesisches Bankkonto braucht, welches man als Praktikant nicht hat. Es ist trotzdem fast ¨¹berall m?glich mit einer Kreditkarte zu zahlen, schadet aber auch nicht immer Bargeld dabei zu haben, da es immer noch Orte gibt die nur Bargeld annehmen.
Leben an der Schule?
Schwimmbecken
Foto: privatDie Praktikumskoordinatoren sind euer erster Ansprechpartner, falls euch irgendwas auf dem Herzen?liegt. Sie nehmen sich immer f¨¹r einen Zeit und wollen, dass es einem gut geht und man sich wohlf¨¹hlt.?Trotzdem muss man sagen, dass man als Praktikant zum Start einfach ins kalte Wasser geworfen wird.?Einem wird, was schulische Organisation angeht, sehr wenig gezeigt und man muss sich alles selbst?beibringen bzw. bei Kolleg/Innen nachfragen, welche aber immer sehr hilfsbereit sind. Gleiches gilt f¨¹r?die Fach-Mentoren. An diese konnte ich mich jederzeit bei Fragen/Unsicherheiten wenden und mir?wurde stets entgegenkommend geholfen. Dies hat mir den Praktikumsalltag erheblich erleichtert, da ich?mich immer willkommen und gut aufgehoben gef¨¹hlt habe.
Mein typischer Praktikumstag beginnt gegen 7 Uhr in der sogenannten ?Lehrer-Lounge¡°, wo nach und nach die Kolleg/Innen eintreffen und sich bei einer Tasse Kaffee freundschaftlich unterh?lt. Der Unterricht beginnt hier um 7:30 und je nach dem geht es f¨¹r einen ins Klassenzimmer oder ins Lehrerzimmer um Unterricht vorzubereiten oder Aufgaben f¨¹r die Uni erledigen. Gro?e Pausen finden von 9:05 - 9:25 und von 11:50 - 12:25 statt. Schulschluss ist immer um 14 Uhr. Vereinzelnd finden Unterrichtsstunden in den Sprachen oder Sport von 14:10-15:45 statt. Sofern ich aber keine eigene Unterrichtsstunde am n?chsten Tag gehalten habe, hatte ich ab 14 Uhr Feierabend, bin nach Hause gegangen und habe meine Freizeit genossen.
Insgesamt befinden sich an der Schule ungef?hr 320 Sch¨¹ler/Innen, wobei es f¨¹r jede Klassenstufe nur?eine Klasse gibt (au?er in Klasse 8). Dabei variiert die Klassengr??e recht stark. Es gibt Klassen mit nur?12 Sch¨¹ler/Innen, aber auch mit 23. Innerhalb der Klassen bzw. auch in den Pausen wird haupts?chlich?Englisch unter den SuS gesprochen, wobei die Unterrichtssprache Deutsch ist. Dementsprechend?mangelt es vielen Sch¨¹ler/Innen an Deutschkenntnissen, sodass der Unterricht teils schleppend?verl?uft, da die sprachliche Schere sehr gro? ist. Die Kolleg/Innen sprechen allerdings auch au?erhalb?des Unterrichts deutsch miteinander. Generell herrscht ein sehr famili?res Verh?ltnis innerhalb der?Kollegschaft. Dies zeichnet sich auch hierdurch ab, dass viele Kollegen au?erhalb des Schulalltags?gemeinsame Aktivit?ten unternehmen oder wie in meinem Fall, gemeinsam in den Urlaub fliegen.?Hierbei waren auch die anderen Praktikanten dabei, da wir uns auch sehr gut miteinander verstanden?haben. Wir waren gemeinsam au?erhalb des Schulalltags beim Sport, gemeinsam essen gewesen oder?Spiele gespielt.
Um ihren Unterricht zu halten, benutzen alle Lehrkr?fte AppleTV, um dort ihre Folien/Bilder an die Wand zu projizieren. Des weiteren gibt es aber auch klassische Kreidetafeln f¨¹r Tafelbilder. Generell war sonst alles an Materialien da, was man f¨¹r den Schulalltag ben?tigt und man sich somit nichts selber besorgen musste. Im Unterricht selbst war ich lediglich zur Hospitation oder zum selbst Unterrichten. Besondere Formen wie beispielsweise Team-Teaching oder f¨¹r Projekte wurde ich nicht eingesetzt. Ich kam lediglich zur Aufsicht oder als Begleitperson zu Projekten zum Einsatz. Was sehr positiv meiner Ansicht nach ist, ist dass man jeden Bereich der Schule f¨¹r private Zwecke nutzen konnte. Wichtig hierbei zu erw?hnen ist die Poolanlage (25m Bahn) oder die gro?e Sporthalle. Ebenfalls die bereits genannte Lehrer-Lounge konnte ich f¨¹r private Zwecke, in Form von Unimeetings, auch au?erhalb der Schulzeiten benutzen.
Freizeit
Indonesischer Dschungel
Foto: privatAu?erhalb der Schule und Umgebung gibt es leider nicht allzu viele verschiedene Aktivit?ten au?er Sport. Es gibt ein Gym, welches fu?l?ufig ca. 15min von dem Praktikantenhaus entfernt ist. Wie bereits angesprochen kann man auch die Schule zum Sport machen benutzen, was ich aber aufgrund der Temperaturen und Sonneneinstrahlung nicht empfehlen kann. Ansonsten kann man nach Schulschluss in Malls fahren, um dort Essen zu gehen, Kaffee zu trinken oder zu shoppen. Es g?be ebenfalls die M?glichkeit f¨¹r Padel spielen oder Kart fahren, was wir aber nicht gemacht haben. Etwas vergleichbares wie Sportvereine gibt es ohnehin nicht. Es wird eine Volleyball-AG zweimal die Woche angeboten oder man kann dem Fu?ballteam ?German-Plus¡° beitreten, die sich auch zweimal die Woche zum lockeren Spielen treffen (16 Uhr).
Aufgrund des Arbeitsvisums d¨¹rft ihr w?hrend der Praktikumszeit Indonesien nicht verlassen (ansonsten m¨¹sstet ihr ein neues Visum f¨¹r 350€ kaufen). Dadurch bin ich in meinen Ferien und an langen Wochenenden an unterschiedlichste Orte Indonesiens gereist. Sehr empfehlen kann ich hierbei die Insel ?Belitung¡° nordwestlich von Jakarta. Diese ist sehr ruhig mit sch?nen und abgelegenen Str?nden und nicht touristisch. Mit einem Roller k?nnt ihr euch super fortbewegen. Als kleinere Geheimtipps kann ich noch die St?dte ?Bogor¡° und ?Bandung¡° empfehlen. Diese befinden sich in Jakartas Umgebung, wodurch man sie mit den ?ffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Zug erreichen kann. Mir vorher nicht bekannt war der Surfer-Ort Kuta auf der Insel Lombok. Dort herrscht eine sehr entspannte Atmosph?re mit vielen Cafes und Gyms. Abgesehen von surfen, gutem Essen und sich entspannen kann man dort aber auch nicht machen. Die sonst bekannten Touri Spots in Indonesien in Form von Yogjakarta, Bali oder den Gili Inseln w¨¹rde ich nicht weiter ausf¨¹hren, alle sind auf jeden Fall sehr sehenswert und spannend!
Indonesisches Essen ist sehr fleischlastig, warum es Vegetarier wie mich, hier etwas schwieriger?haben. Es gibt auch vegetarisches Essen in Form von ?Gado-Gado¡°, welches aber auch nicht ¨¹berall?erh?ltlich ist. Das klassischste Essen ist Nasi-Goreng bzw. Mie-Goreng. Das ist gebratener Reis/?gebratene Nudeln mit einer Fleischart nach Wahl (H?hchen, Beef, Seafood oder auch vegetarisch).?Aufgrund dieser Gegebenheiten habe ich fast ausschlie?lich Nasi-Goreng oder Gado-Gado gegessen,?sofern wir indonesisch essen waren.
Allgemein
Ich pers?nlich hatte hier eine unvergessliche Zeit, wodurch ich diese Schule nur jedem ans Herz legen?kann. Im Kollegium wird man sehr freundlich aufgenommen und auch als Lehrkraft angesehen, anstelle?des ?Praktikantenstatus¡°. Dar¨¹ber hinaus unternimmt man viel innerhalb der Kollegschaft auch?au?erhalb der Schulzeit, wodurch echte Freundschaften entstehen und somit f?rdernd f¨¹r das?Arbeitsklima sind.
Viele weitere Eindr¨¹cke sind im folgenden?Erfahrungsberichtpdf,?296?kb zu finden.