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Meldung vom: | Verfasser/in: Volker Hahn
?kosysteme in Europa reagieren unterschiedlich auf die Klimaerw?rmung: In Berglagen schrumpfen die Best?nde k?lteangepasster Pflanzenarten besonders schnell, w?hrend sich W?lder und Grasl?nder deutlich langsamer ver?ndern. In allen untersuchten ?kosystemen h?ngen Pflanzengemeinschaften der Klimaerw?rmung zeitlich hinterher (?Klimaschuld?). Dies ist das Ergebnis einer Studie, die in der Zeitschrift Nature ver?ffentlicht wurde. Die Forschungsarbeit wurde beim Deutschen Zentrum für integrative Biodiversit?tsforschung (iDiv) initiiert und von der Universit?t Gent geleitet. Beteiligt waren Forscherinnen und Forscher der Martin-Luther-Universit?t Halle-Wittenberg (MLU), der Universit?t Leipzig, der Friedrich-Schiller-Universit?t Jena und des Senckenberg Instituts für Pflanzenvielfalt Jena (SIP).
Die neue Studie basiert auf einer umfangreichen Datenbank mit mehr als 6.000 Langzeitbeobachtungsfl?chen – von Irland bis zur Ukraine und von Norwegen bis Spanien. Der Vergleich aktueller mit historischen Daten zeigt, dass einzelne ?kosysteme unterschiedlich auf die lokale Erw?rmung reagieren.
Arten reagieren verz?gert auf Klimaerw?rmung
Eine Erkenntnis der Studie ist, dass sich Pflanzengemeinschaften langsamer ver?ndern als die Umgebungstemperaturen. Dies erzeugt eine sogenannte ?Klimaschuld? – das ist der Unterschied zwischen der bevorzugten Temperatur einer Art und der aktuell an ihrem Wuchsort vorherrschenden. Pflanzen sind also nicht im Gleichgewicht mit dem lokalen Klima, da sie nur tr?ge auf ge?nderte Umweltbedingungen reagieren.
?Daher k?nnte es in den kommenden Jahren zu schnelleren Ver?nderungen in der Vegetationszusammensetzung kommen?, sagt Co-Autor Prof. Markus Bernhardt-R?mermann, Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universit?t Jena und Mitglied des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversit?tsforschung (iDiv) sowie des Senckenberg Instituts für Pflanzenvielfalt Jena (SIP). ?Dies passiert dann, wenn die Umweltbedingungen für einzelne Arten so ungünstig werden, dass diese lokal aussterben. Dieser Prozess variiert allerdings je nach lokalen Bedingungen.?
K?lteliebende Arten verlieren, w?rmeliebende gewinnen
Die Forschenden bestimmten die Temperaturpr?ferenzen jeder Pflanzenart anhand ihrer Verbreitung und den in diesen Gebieten vorherrschenden Durchschnittstemperaturen. In Gebieten mit Langzeitbeobachtungen erstellten sie so einen integrierenden Temperaturindikator für die gesamte Pflanzengemeinschaft und verglichen die Situation von früher mit der heutigen. Aus den Unterschieden konnten sie ableiten, wie stark sich die mittlere Temperaturpr?ferenz der Pflanzengemeinschaften in einzelnen ?kosystemen ver?ndert hat. Dabei zeigte sich:
- Die durchschnittliche Ver?nderung der Temperaturpr?ferenz war auf Berggipfeln etwa fünfmal so hoch wie in Wiesen und W?ldern.
- In allen ?kosystemen hinkte der Wandel der Pflanzengemeinschaften dem Wandel der lokalen Temperatur hinterher. Diese Verz?gerung (?Klimaschuld”) war am h?chsten bei Waldpflanzen unterhalb des Kronendachs.
- In H?henlagen gingen die Best?nde k?lteliebender Pflanzenarten schnell zurück, w?hrend die Best?nde w?rmeliebender Arten nicht zunahmen.
?kosysteme wandeln sich unterschiedlich schnell
Die Studie zeigt, dass keine einheitliche Aussage über die Auswirkung der Klimaerw?rmung auf die Vegetation m?glich ist. W?hrend in Bergregionen die Best?nde k?lteliebender Arten schnell zurückgingen, nahmen die Best?nde w?rmeliebender Arten vor allem in Grasl?ndern zu. Die Ursachen für diese unterschiedlichen Entwicklungen standen nicht im Fokus der Studie.
iDiv Ausgangspunkt der neuen Studie
Die Studie ist ein Produkt der sDiv-Synthesearbeitsgruppe sREplot. iDiv’s Synthesezentrum sDiv finanziert Arbeitsgruppentreffen, bei denen Forscherinnen und Forscher aus aller Welt gemeinsam wissenschaftliche Fragen bearbeiten. In diesem Fall handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen Dutzenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Europa, Nordamerika und Asien. Der einzigartige Datensatz vereint Langzeituntersuchungen von Pflanzengemeinschaften aus W?ldern, Grasl?ndern und Berggipfeln. Für Europa ist dies die bisher umfassendste Analyse, die die Reaktionen verschiedener ?kosysteme direkt miteinander vergleicht.
Original-Publikation:
Yue, K. et al. (2026). Contrasting thermophilization among European forests, grasslands and alpine summits, Nature, DOI: 10.1038/s41586-025-09622-7Externer Link