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stilisierte Gesichter verschiedener Frauen

Gedanken zum 欧洲杯投注地址_明升体育-竞彩足球比分推荐en Frauentag 2026

Offenes Statement der Vizepr?sidentin für Universit?tsgemeinschaft und Engagement, der Gleichstellungsbeauftragten und des Personalrats
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Foto: Натали Осипова | adobe Stock

Liebe Angeh?rige der Friedrich-Schiller-Universit?t Jena,

am 8. M?rz 2026 findet wieder der 欧洲杯投注地址_明升体育-竞彩足球比分推荐e Frauentag statt, der weltweit mit vielen Aktionen und Kundgebungen begangen wird. Die UN Commission on the Status of Women (CSW70), die in New York in dieser Woche zum siebzigsten Mal tagte, hat den diesj?hrigen Weltfrauentag unter das Motto ?Rights. Justice. Action (Rechte. Gerechtigkeit. Aktion)“ gestellt. In ihrem Bericht macht die Kommission auf den direkten Zusammenhang zwischen dem globalen Aufstieg autorit?rer und diktatorischer Regime, der Erosion rechtsstaatlicher Strukturen und der zunehmenden Diskriminierung von Frauen in den Einzelstaaten aufmerksam. So schl?gt sich der aktuelle Backlash bei den Frauenrechten etwa darin nieder, dass über die H?lfte aller L?nder bis heute Vergewaltigungen nicht als Verbrechen anerkennen und drei von vier an Zwangsverheiratungen festhalten. In immerhin 44 Prozent aller Staaten fehlt es darüber hinaus an gesetzlichen Vorschriften, die Frauen und M?nnern den gleichen Lohn für gleiche Arbeit garantieren.1 Auch innerhalb der EU machen sich die Auswirkungen des weltweiten Backlash bei den Frauenrechten durchaus bemerkbar. Das Konzept der Geschlechtergerechtigkeit wird zunehmend in Frage gestellt, Aktivist:innen für Frauenrechte müssen sich nicht nur in den sozialen Medien gegen Diffamierungen und Drohungen zur Wehr setzen.

In der Bundesrepublik ist in diesen Wochen das Thema Teilzeit-Arbeit auf die tagespolitische Agenda geraten – von den einen als wichtiger Rechtsanspruch im Arbeitsleben verteidigt, von anderen als ?Lifestyle-Teilzeit“ verunglimpft. Dabei zeichnet eine aktuelle Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ein relativ eindeutiges Bild: Zwar geben 21,5 Prozent der befragten Vollzeitbesch?ftigten an, mit ihrer Arbeitszeit unzufrieden zu sein und diese gerne um mindestens vier Stunden pro Woche reduzieren zu wollen; jedoch wünschen sich nur 3,2 Prozent der Befragten dies ausschlie?lich, um mehr Zeit für sich oder ihre Freizeitgestaltung zu haben.2

Der politische Streit um die angebliche ?Lifestyle-Teilzeit“ bekommt damit eine neue Grundlage: Die erhobenen Daten legen nahe, dass strukturelle Fragen – Kinderbetreuung, Angeh?rigenversorgung und -pflege oder auch Weiterbildung bzw. die eigene Gesundheit – entscheidender sind als individuelle Selbstverwirklichung oder vermeintliche Bequemlichkeit. Für Frauen wirkt sich dies signifikant st?rker aus, da sie weitaus h?ufiger entsprechende Aspekte mit ihrer Erwerbsbiographie in Einklang bringen müssen. Dazu hat die Bundesregierung in ihrem zweiten Gleichstellungsbericht einen neuen Indikator ausgewiesen, den Gender Care Gap. Er basiert auf den Daten der Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes (ZVE) und beschreibt differenziert für Frauen und M?nner den Zeitaufwand für unbezahlte Fürsorgeleistungen, die sogenannte Care-Arbeit: ?Der Gender Care Gap betr?gt aktuell 43,4 Prozent. Das bedeutet, Frauen verwenden durchschnittlich t?glich 43,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Care-Arbeit als M?nner. Umgerechnet sind das 76 Minuten Unterschied pro Tag. So verbringen M?nner pro Woche knapp 20 Stunden und Frauen knapp 29 Stunden mit unbezahlter Sorgearbeit.“3

Grunds?tzlich ist die M?glichkeit, den Besch?ftigungsumfang reduzieren zu k?nnen, um famili?re Pflichten oder eine Pfleget?tigkeit besser mit der eigenen Berufslaufbahn in Einklang zu bringen, lobenswert. Die naheliegenden Vorteile der Teilzeit verstellen jedoch den Blick auf die mit ihr einhergehenden Nachteile. Die Zeit, die deutlich mehr Frauen als M?nner für unbezahlte Care-T?tigkeiten aufwenden, fehlt für die Erwerbst?tigkeit – mit direkt spürbaren Folgen für die Entlohnung und sp?teren Nachteilen für das Alterseinkommen. Die Lücke zwischen den Alterseinkünften von M?nnern und Frauen wird als Gender Pension Gap bezeichnet und vom Statistischen Bundesamt ebenfalls seit einigen Jahren erhoben. Demzufolge waren die Alterseinkünfte von Frauen betrachtet auf die gesamte BRD im Jahr 2023 um 27,1 % niedriger als die von M?nnern. Dieses Ph?nomen erkl?rt das Statistische Bundesamt zum einen damit, dass Frauen oft in schlechter bezahlten Branchen arbeiten als M?nner, aber auch darüber, dass Frauen h?ufiger in Teilzeit besch?ftigt sind, l?ngere Auszeiten für Care-Arbeit ben?tigen und damit seltener in Führungspositionen t?tig sind.4

Die Notwendigkeit, dieses Ph?nomen im Blick zu behalten und gerade zum 欧洲杯投注地址_明升体育-竞彩足球比分推荐en Frauentag als Auftrag zu verstehen, entsprechende sozial- und gleichstellungspolitische Antworten zu finden, verdeutlicht schlie?lich ein Blick auf die Zahlen unserer eigenen Universit?t: So steigt laut statistischen Angaben des aktuellen Gleichstellungsplans (2020-2026) der Frauenanteil unter den Teilzeitbesch?ftigungen je abnehmender Entgeltstufe kontinuierlich an und liegt in der Entgeltgruppe E8 bis E5 bei über 90%.5

Für die aktuelle politische Debatte bleibt zu hoffen, dass die Diskussion um die Notwendigkeit von bzw. das Recht auf Teilzeitarbeit und über die jeweiligen ?konomischen wie pers?nlichen Folgen mit gr??erer Wertsch?tzung und im Zeichen eines gr??eren geschlechterbezogenen Problembewusstseins geführt wird.

Herzliche Grü?e kommen in diesem Sinne zum 欧洲杯投注地址_明升体育-竞彩足球比分推荐en Frauentag von?

Prof. Dr. B?rbel Kracke (Vizepr?sidentin für Universit?tsgemeinschaft und Engagement),
Prof. Dr. Annette Weinke (Gleichstellungsbeauftragte),
Prof. Dr. Astrid Heutelbeck (stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte)
sowie den Kolleg:innen des Personalrats der Kernuniversit?t


Links

1 https://www.unwomen.org/en/news-stories/press-release/2026/03/no-country-in-the-world-has-reached-full-legal-equality-for-women-and-girlsExterner Link
2 https://iab-forum.de/graphs/der-wunsch-von-vollzeitbeschaeftigten-nach-lifestyle-teilzeit-ist-ein-randphaenomen/)Externer Link
3 https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/gleichstellung/gender-care-gap/indikator-fuer-die-gleichstellung/gender-care-gap-ein-indikator-fuer-die-gleichstellung-137294Externer Link
4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/04/PD24_N016_12_63.htmlExterner Link
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/unijenamedia/141180/u-jena-gleichstellungsplan-2020-2016-website.pdfpdf,?656?kb