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Meldung vom: | Verfasser/in: Uta von der G?nna
Fast ein Drittel der Patientinnen und Patienten leidet nach einer schweren Infektionserkrankung an neurologischen oder psychischen Folgen. Die Auspr?gung, Schweregrad und Dauer der Beschwerden k?nnen hierbei stark variieren. Insbesondere bei Sepsisüberlebenden, die eine sehr schwere Infektion überstanden haben, sind Beeintr?chtigungen der Hirnfunktion gut belegt.
Allerdings wei? die Medizin noch sehr wenig darüber, auf welchem Weg die Viren und Bakterien, die eine Entzündung im K?rper verursachen, auch die Nervenfunktion im Gehirn beeintr?chtigen k?nnen. ?Wir wollen im neuen Graduiertenkolleg NeurInfect untersuchen, wie bei einer Infektion das Wechselspiel aus Entzündungsreaktion und Ver?nderungen auf Ebene der Hirnnetzwerke zur Entwicklung von neuropsychiatrischen Beschwerden führen kann?, beschreibt der Psychiater Prof. Dr. Nils Opel.
Der Fokus liegt dabei auf bakteriellen und viralen Lungenentzündungen, die die h?ufigsten und oft schwerwiegende Infektionen darstellen. Gemeinsam mit dem Neurologen Prof. Christian Geis, der Bioinformatikerin Prof. Manja Marz und Forschenden aus Infektions- und Intensivmedizin, Psychologie, Mikrobiologie und Neurophysiologie konnte ein interdisziplin?res Forschungsprogramm zu dem Thema konzipiert werden, das besonders begabte Nachwuchsforschende aus Naturwissenschaft und Medizin im Graduiertenkolleg NeurInfect nun angehen.? Die Deutsche Forschungsgemeinschaft f?rdert das Kolleg in Jena mit Beteiligung von Forschenden in Berlin mit 8,4 Millionen Euro.
Labor und Klinik im Tandem
Das Besondere an NeurInfect:? Die Forschenden bearbeiten die Themen in Tandems und betrachten dabei sowohl die grundlagenwissenschaftliche als auch die klinische Seite der Fragestellung. So untersuchen sie die Hirn-Netzwerkver?nderungen im Tiermodell mit hochaufl?sender Mikroskopie und bei Patientinnen und Patienten mit Lungenentzündung im MRT. Auch bei der Untersuchung der kognitiven F?higkeiten, des Einflusses des Mikrobioms und der Stoffwechsel- und Stressregulation erg?nzen sich jeweils der experimentelle und der klinische Forschungsansatz. ?Wir wollen vor allem zur Aufkl?rung der Krankheitsmechanismen beitragen, die den infektionsbedingten neuropsychiatrischen Erkrankungen zugrunde liegen?, betont Christian Geis. ?Das ist die Voraussetzung für innovative Behandlungsans?tze und personalisierter Pr?ventionsstrategien.?
Interdisziplin?re Wissenschaftscommunity
Zudem will NeurInfect eine interdisziplin?re Wissenschaftscommunity für das Thema aufbauen und den Nachwuchsforschenden die M?glichkeit geben, wissenschaftliche Erfahrung zu sammeln und wichtige Kompetenzen für eine erfolgreiche akademische Karriere zu erwerben. Das auf zun?chst fünf Jahre angelegte Kolleg wird insgesamt 36 Promovierende in Naturwissenschaften und 18 Medizinpromovierende f?rdern, die ersten Stellen sind ausgeschrieben.
Beteiligte Institutionen:
- Universit?tsklinikum Jena
- Charité – Universit?tsmedizin Berlin
- Friedrich-Schiller-Universit?t Jena
- Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Jena – Hans-Kn?ll-Institut
- Leibniz-Institut für Alternsforschung Jena – Fritz-Lipmann-Institut?